Tag des unbekannten Soldaten in Bayern: Gedenkzeremonie in Hebertshausen

Am 3. Dezember um 15:00 Uhr findet am Mahnmal auf dem ehemaligen SS-Schießplatz in Hebertshausen bei Dachau eine Kränze- und Blumenniederlegung zum Gedenken an sowjetische Soldaten statt.
Veranstalter ist die Initiative „Erinnerungsregiment München“, unterstützt von den Konsulaten Russlands und Weißrusslands.
Die Gedenkveranstaltung ist öffentlich – willkommen sind alle, die das Andenken an die Gefallenen bewahren möchten.
Warum gerade am 3. Dezember
In Russland wird am 3. Dezember der Tag des unbekannten Soldaten begangen – ein Gedenktag für alle gefallenen und vermissten Verteidiger des Vaterlandes ohne bekannten Namen.
Dieser Tag wurde 2014 per Bundesgesetz eingeführt und steht im Zusammenhang mit der Umbettung der sterblichen Überreste eines unbekannten Soldaten im Dezember 1966 an die Kremlmauer in Moskau, wo sich heute das Ehrenmal mit der ewigen Flamme befindet.
Dort ist eingraviert: „Dein Name ist unbekannt, deine Tat unsterblich.“
Warum – Hebertshausen
Der Ort unserer Zusammenkunft ist einer der tragischsten Erinnerungsorte Europas.
Zwischen 1941 und 1942 wurden auf dem SS-Schießplatz Hebertshausen, etwa zwei Kilometer nördlich des KZ Dachau, über 4.000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen – hauptsächlich Offiziere, Kommunisten und Juden, die von der Gestapo nach ideologischen und rassischen Kriterien ausgewählt wurden.
Heute befindet sich hier eine Gedenkstätte, an der regelmäßig Gedenkfeiern stattfinden.
Informationen der KZ-Gedenkstätte Dachau
Ablauf der Veranstaltung
Die Kranzniederlegung beginnt um 15:00 Uhr.
Die Organisatoren betonen, dass es sich nicht um eine politische Kundgebung, sondern um eine stille, würdige Gedenkveranstaltung handelt.
Ein schwarzer, schlichter Dresscode ist erwünscht, jedoch nicht verpflichtend; mitgebrachte Blumen sind willkommen.
Die Teilnahme der Konsuln Russlands und Weißrusslands wurde von den Veranstaltern bestätigt.
Warum es wichtig ist, zu kommen
Erinnerung bedeutet mehr als Daten und in Stein gemeißelte Namen.
Für Millionen Familien blieb der Name ihres Gefallenen unbekannt.
Der Tag des unbekannten Soldaten erinnert daran, dass hinter jedem namenlosen Opfer lebende Menschen stehen, die erinnern und trauern.
Je weiter der Krieg zurückliegt, desto wichtiger ist es, diese Erinnerung durch unsere Anwesenheit und Teilnahme aufrechtzuerhalten.