Gedenken ohne Ablaufdatum: Blumenzeremonie in Hebertshausen

3. September 2025, 14:00 | Gedenkstätte Hebertshausen bei Dachau
Die Gedenkstätte in Hebertshausen bei Dachau

Liebe Freundinnen und Freunde,
am 3. September laden wir euch herzlich ein, an der Blumenzeremonie an der Gedenkstätte Hebertshausen teilzunehmen. Wir gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Terrors – darunter hunderte sowjetische Kriegsgefangene, die an diesem Ort erschossen wurden.
Wir wollen unsere Häupter neigen – in Trauer, Respekt und stiller Solidarität mit Millionen, die den Schrecken des Krieges durchlitten haben.

Dieser Tag ist bedeutend für alle, denen Geschichte nicht gleichgültig ist. Für alle, die den Schmerz und die Opfer der Vergangenheit nicht vergessen.

Denn wir wissen: Vergessen ist gefährlicher als der Krieg selbst.
Erinnerung vereint, mahnt und schützt.

Und je weiter die Kriegsjahre zurückliegen, desto wichtiger ist unsere stille, menschliche Präsenz an Orten, an denen das Schweigen mehr sagt als Worte.

Woran wir erinnern: Ein historischer Rahmen

Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) war der größte und blutigste Konflikt der Menschheitsgeschichte. 62 der damals 73 Staaten der Welt waren beteiligt. Über 60 Millionen Tote, verwüstete Städte, Hungersnöte, Vertreibung, Konzentrationslager, Massenerschießungen – dies war keine ferne Erzählung, sondern bittere Realität, deren Nachhall bis heute spürbar ist.

Im Zentrum der Ideologie des NS-Regimes stand die Vorstellung rassischer Überlegenheit. Die Umsetzung: Besatzung, Terror, Verfolgung, systematische Ausrottung ganzer Bevölkerungsgruppen. Die Vernichtungslager wie Auschwitz, Majdanek, Dachau und Buchenwald wurden zu Symbolen für das Grauen und die Unmenschlichkeit.

Die Sowjetunion trat am 22. Juni 1941 in den Krieg ein, als Hitlerdeutschland den Nichtangriffspakt brach. Im russischen und postsowjetischen Gedenken ist dies der Beginn des „Großen Vaterländischen Krieges“. Die UdSSR trug die höchsten Verluste: zwischen 24 und 27 Millionen Tote – mehr als die Hälfte davon Zivilisten.

Besonders grausam war der Umgang mit sowjetischen Kriegsgefangenen: Millionen wurden erschossen, verhungerten oder starben an Krankheiten und Misshandlungen in Lagern.

Ein Ort dieses Terrors war Hebertshausen bei Dachau. Auf dem Schießplatz der SS wurden in den Jahren 1941–1942 mehr als 4000 sowjetische Offiziere ohne Gerichtsverfahren ermordet.
Heute ist dieser Ort eine Gedenkstätte – ein Ort der stillen Tragik und würdevollen Erinnerung.

Informationen zur Veranstaltung

  • Datum: 3. September 2025
  • Uhrzeit: 14:00 Uhr
  • Ort: Gedenkstätte Hebertshausen bei Dachau (ehemaliger SS-Schießplatz)
  • Ablauf: Niederlegung von Blumen, Schweigeminute, stille Teilnahme ohne offizielle Reden
  • Link: Gedenkstätte Hebertshausen

Solange wir erinnern – leben wir. Solange wir kommen – sind sie nicht vergessen.
Wenn Erinnerung stirbt, stirbt auch der Schutz vor der Wiederholung der Geschichte.

Unsere Anwesenheit an der Gedenkstätte ist mehr als ein symbolischer Akt – sie ist Verantwortung.
Kommt gern dazu.

Still, ohne große Worte – nur mit Blumen, Respekt und Erinnerung.

⊱❧⊱❧
zurück
⊱❧⊱❧